Stammtische und Arbeitseinsätze
Inzwischen gehören Sie bei Mitgliedern und Freunden des Vereins
zum festen Programm: unsere monatlichen Stammtische. Der Vorstand erzählt das eine oder andere zum Vereinsleben, zum Hoffen und Bangen zwischen den Treffen, mahnt und bittet die Mitglieder, versprochene Dinge dann auch wirklich zu tun, sich in Listen einzutragen, damit z.B. Veranstaltungen besetzt, Stände auf- und abgebaut werden. Infos auf Papier machen die Runde, von Flyern zu Veranstaltungen bis zum Verkaufsangebot für altersschwache LKW, vereinseigene Kalender und Jahrbücher werden organisiert und fertige Produkte feilgeboten, David hat z.B. seinen Scanner mitgebracht und setzt fleißig alte Fotos in Computerbilder um, gelegentlich kann man das eigene Wort nicht mehr verstehen, weil ein Flugzeug startet und zwischendurch wird gegessen, getrunken, gefachsimpelt und gequatscht.
Wir befinden uns bei einem "Winterstammtisch", im Sonari-Chor Berlin e.V. im Gebäude des Flughafens Tempelhof. Dort treffen sich so zwischen 20 und über 30 Mitglieder an jedem zweiten Dienstag im Monat, um sich zu sehen, um das Neueste zu erfahren, um Tipps auszutauschen und in lockerer Runde richtig satt zu werden. Die meisten sind keine "Vereinsmeier", sondern mögen es einfach, mit Hobby- und Schrauberkolleginnen und -kollegen zusammen zu sitzen. Wer am Stammtisch teilnimmt, ist in der Regel gut informiert und kann sich viele Telefonate sparen. Stammtische sind auch gut für all die, die nicht wissen wohin mit ihrer vielen Zeit und Energie, denn irgend etwas gibt es immer zu tun, ob mit Oldtimer oder ohne. Kennt jemand jemanden, der jemanden kennt, der sich mit Vereinsrecht auskennt? Dann her damit. Wie müssen wir unser künftiges Museum versichern, damit es uns nicht auf die Füße fällt - irgend einer kennt sicher jemanden, den man fragen kann - und fragt dann natürlich auch. Manche sind auch nur mal so gekommen, haben in der Zeitung von uns gelesen, haben auf einer Veranstaltung den Tipp gekriegt, doch mal bei uns vorbei zu schauen - und sind geblieben. Und sind wiedergekommen. Und haben inzwischen vielleicht sogar eines der zahlreichen Ehrenämter, wie Werkstattleiter, Geändebeauftragter, Terminmanagerin, Vorstand ... so einfach geht das. Aber im Ernst: jeder ist willkommen und wer wirklich will, kann auch wieder gehen, wenn es ihm oder ihr keinen Spaß machen sollte.
Im Sommer finden die Stammtische natürlich auf dem Gelände statt. Und es hat sich eingebürgert, dass sich viele schon um 10:00 Uhr morgens auf dem Gelände treffen, um einen so genannten "Arbeitseinsatz" hinter sich zu bringen. Unkrautjäten, Hof fegen, Maschinen auf- oder abbauen, Tore zurechtsägen, Türen gängig machen, Fenster verglasen, aufräumen und und und. Irgendwas zu tun gibt es immer. Vor allem diejenigen, die Nutzer des Geländes sind, also Garagen, Werkstatt oder Instandhaltungsplätze benutzen, sind aufgefordert, dabei mitzutun. Dass es nicht alle gleichermaßen tun, ist wohl für jeden Verein, der eine gewisse Mitgliederzahl überschritten hat, normal. Allerdings werden die "Mit-Täter" in gewisser Weise belohnt: sie behalten nämlich ihr Nutzungsrecht. Die anderen Plätze werden an aktivere Mitglieder übergeben, die es sich sozusagen verdient haben. Erfreulich ist aber nach wie vor, dass bei weitem nicht nur die Nutzer aktiv sind, sondern viele viele Mitglieder, Familienangehörige und (besonders anerkennenswert) Freunde des Vereins. Dass es meist auch ein bisschen was zu essen gibt, wird nicht der Hauptgrund für das Kommen sein, aber trägt zum angenehmen Charakter der Arbeitseinsätze bei. Manch einer könnte seine Zeit tatsächlich besser verbringen, zum Beispiel unter seinem eigenen Auto, statt für die Gemeinschaft aktiv zu sein, also muss doch irgenwas besonderes dran sein, an diesen Aktivitäten.
Nach dem Arbeitseinsatz im Sommer ist natürlich auch jedesmal Stammtisch, dann kommen auch die anderen, die nicht so viel Zeit haben oder erübrigen wollen, oft kommen auch Gäste, um mal zu schauen, was wir auf unserem Gelände so machen. Und gerade im Sommer ist natürlich jedes unserer Treffen auch so eine Art Oldtimer-Show, denn viele kommen mit ihren historischen Fahrzeugen.
Vor dem Umzug treffen sich die wirklich Hartgesottenen natürlich auch im Winter auf dem Gelände, um alles vorzubereiten für den großen Tag im März. Tja - nur Verrückte verschreiben sich unserem Hobby. Darum macht es wahrscheinlich so viel Spaß! |
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